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<title>Baron</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Baron</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Baron</b> (von <a href="Altfr%C3%A4nkische_Sprache" title="Altfränkische Sprache">altfränkisch</a> <i>baro</i> „Herr, Krieger“), weiblich <b>Baronin</b>, als Tochter <b>Baroness</b>(<b>e</b>),<sup id="cite_ref-Duden_Baronesse_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Duden_Baronesse-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist ein <a href="Adelstitel" title="Adelstitel">Adelstitel</a>, der in mehreren Staaten existiert(e). Im deutschen Sprachraum waren auch die Bezeichnungen <i>Freiherr, Freifrau</i> oder <i>Freiin</i> und <i>Freifräulein</i> üblich.
</p>



<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sprachliche_Entwicklung">Sprachliche Entwicklung</h2></div>
<p>Ein frei geborener <a href="Arimanni" title="Arimanni">Heermann</a> wurde auch <i>baro</i> genannt. Der Wohnsitz eines <i>Baro</i> hieß <i>baronica</i> oder <i>arimannia</i>, seine Gattin war eine „Freifrau“ (<i>frea</i> oder <i>wirdibora</i> = „würdig Geborene“), ein Sohn aus einer solchen Beziehung wurde als „vollberechtigt Geborener“ <i>(fulboran)</i> bezeichnet.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Wort <i>Baron</i> stammt vom Altfränkischen <i>baro</i>, zu Deutsch „Herr, Krieger“. Dieses <a href="Germanische_Sprachen" title="Germanische Sprachen">germanische</a> Wort wurde seit dem 13.&nbsp;Jahrhundert in <a href="Frankreich" title="Frankreich">Frankreich</a> und Norwegen <i>(<a href="Hir%C3%B0skr%C3%A1" title="Hirðskrá">hirðskrá</a>)</i> verwendet. Nach <a href="England" title="England">England</a> kam der Titel mit der <a href="Normannische_Eroberung_Englands" title="Normannische Eroberung Englands">Normannischen Eroberung</a>. Im Mittelalter waren die Barone die Vasallen mit großem Landbesitz und weitgehenden Rechten, die im Einzelfall der königlichen Gewalt die Stirn bieten konnten. Bereits im frühen Mittelalter wurde das Wort <i>Baron</i> als Lehnwort auch in die lateinische Sprache übernommen.
</p><p>In den <a href="Adelsbrief" title="Adelsbrief">Adelsdiplomen</a> („Adelsbriefen“) des <a href="Heiliges_R%C3%B6misches_Reich" title="Heiliges Römisches Reich">Heiligen Römischen Reichs</a> wurde der germanische Titel des „freien Herrn“ (<a href="Freiherr" title="Freiherr">Freiherr</a>) mit <i>liber baro</i> und nicht mit <i>liber dominus</i> wiedergegeben, um zu kennzeichnen, dass es sich um einen germanischen Herrn handelte. Aus dem lateinischen <i>liber baro</i> hat sich dann in den nichtgermanischen Sprachen der Titel des Barons entwickelt. In der deutschen Sprache hielt sich anstatt des lateinischen <i>liber baro</i> hingegen die Bezeichnung <i>Freiherr</i>, die so auch in den Monarchien des deutschen Sprachraums gebraucht wurde. Die Anrede „Baron“ bzw. „Baronin“ oder „Baroneß“ war daher in den Monarchien des deutschen Sprachraums kein formell verliehener, offizieller Titel, sondern die allgemein üblich gewordene mündliche (oder auch schriftliche) Anrede für einen Freiherrn, eine Freifrau oder eine Freiin.
</p><p>Im Deutschen dürfte sich das Wort <i>Baron</i> im Zuge der Dominanz der französischen Sprache als <a href="Lingua_franca" title="Lingua franca">lingua franca</a> des europäischen Adels als eleganter geltende, <a href="Lateinische_Sprache" class="mw-redirect" title="Lateinische Sprache">latinisierte</a> Anrede für einen Freiherrn eingebürgert haben, ebenso wie die weiblichen Formen <i>Baronin</i> (Ehefrau eines Barons bzw. Freiherrn) oder <i>Baroness(e)</i> (Tochter eines Barons bzw. Freiherrn). Der Brauch, einen Freiherrn mit Baron anzusprechen, begann im 16.&nbsp;Jahrhundert und wurde im 18.&nbsp;und 19.&nbsp;Jahrhundert zur festen Etikette an deutschen Höfen, als Französisch noch Hof- und Diplomatensprache war.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vorkommen">Vorkommen</h2></div>
<p>In vielen Ländern wurde der Titel „Baron/Baronin“ geführt, wie in Ungarn (siehe unten), Kroatien <i>(barun/barunica)</i>, Polen <i>(baron/baronowa)</i>, Litauen <i>(baron/baronienė)</i>, Lettland <i>(barons/baronese)</i>, <a href="Belarus" title="Belarus">Belarus</a> <i>(baron/baronessa)</i>, Russland (siehe <a href="#Russland">unten</a>), Italien und im Vatikan (siehe <a href="#Italien">unten</a>), Vereinigtes Königreich (siehe <a href="#Vereinigtes_Königreich">unten</a>), Dänemark <i>(baron/baronesse)</i>, den Niederlanden <i>(baron/barones)</i>, Portugal <i>(barão/baronesa)</i>, Spanien (siehe <a href="#Spanien">unten</a>), Tschechien <i>(baron (svobodný pán)/baronka (svobodná paní))</i> und Frankreich (siehe <a href="#Frankreich">unten</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Belgien">Belgien</h3></div>
<p>In der <a href="Hierarchie" title="Hierarchie">Hierarchie</a> des Adels im Königreich Belgien steht der Titel <i>Baron</i> unterhalb dem eines <a href="Vizegraf" class="mw-redirect" title="Vizegraf">Vizegrafen</a> (französisch <i>Vicomte</i>, niederländisch <i>Burggraaf</i>) und über dem eines Ritters (französisch <i>Chevalier</i>, niederländisch <i>ridder</i>). Der Titel eines Barons kann in Belgien sowohl erblich als auch auf Lebenszeit verliehen werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutschsprachige_Gebiete">Deutschsprachige Gebiete</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Norddeutschland_und_Baltikum">Norddeutschland und Baltikum</h4></div>
<p>Im nördlichen Teil des deutschen Sprachraums war „Baron“ ein dem <a href="Freiherr" title="Freiherr">Freiherrn</a> gleichgestellter <a href="Adelstitel" title="Adelstitel">Adelstitel</a>, der von Königen <i>außerhalb</i> des <a href="Heiliges_R%C3%B6misches_Reich" title="Heiliges Römisches Reich">Heiligen Römischen Reichs</a> und des <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Deutschen Kaiserreichs</a> verliehen wurde. In den Monarchien des nördlichen deutschen Sprachraums stand der Titel eines <i>Freiherrn</i> unterhalb des <i>Grafen</i> und über dem untitulierten Adel.
</p>

<p>Deutsche Träger des Titels (bzw. amtlichen Namens) „Baron“ sind zumeist Angehörige <a href="Deutsch-Balten" title="Deutsch-Balten">deutschstämmiger</a> <a href="Adelsgeschlecht" class="mw-redirect" title="Adelsgeschlecht">Adelsgeschlechter</a> aus dem <a href="Baltikum" title="Baltikum">Baltikum</a>, die ihren Titel vom <a href="Zarentum_Russland" title="Zarentum Russland">Russischen Zaren</a> verliehen bekamen<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder die Berechtigung zur Führung des Barontitels durch Senats-<a href="Ukas" title="Ukas">Ukasse</a> der <a href="Russisches_Kaiserreich" title="Russisches Kaiserreich">russischen Regierung</a> gewährt wurde, da die <a href="Verband_der_Baltischen_Ritterschaften" title="Verband der Baltischen Ritterschaften">Baltischen Ritterschaften</a> dem <a href="Zarentum_Russland" title="Zarentum Russland">Zaren</a> untertan waren. Diese Familien waren seit Ende des 18. Jahrhunderts u.&nbsp;a. auch in <a href="Kurland" title="Kurland">Kurland</a>, <a href="Livland" title="Livland">Livland</a>, <a href="Estland" title="Estland">Estland</a> und <a href="Saaremaa" title="Saaremaa">Ösel</a> ansässig. Oft führten die betreffenden Geschlechter, oder zumindest ein Zweig dieser Geschlechter, aber (zugleich oder stattdessen) auch einen Freiherrentitel deutschen oder schwedischen Ursprungs. In diesen Fällen stellt die von russischer Seite erteilte Berechtigung zur Führung des Baronstitels keine originäre Adelserhebung, sondern vielmehr die Anerkennung oder Adelsausdehnung des bestehenden deutschen Titels dar. Bei der <a href="Staatsb%C3%BCrgerschaft#Erwerb_durch_Einbürgerung_(Naturalisation)" title="Staatsbürgerschaft">Einbürgerung</a> in das <a href="Deutsches_Reich" title="Deutsches Reich">Deutsche Reich</a> bzw. in die <a href="Bundesrepublik_Deutschland" class="mw-redirect" title="Bundesrepublik Deutschland">Bundesrepublik Deutschland</a> (häufig aufgrund von <a href="Vertreibung" title="Vertreibung">Vertreibung</a>) war bzw. ist es weiterhin übliche Praxis der <a href="Standesamt" title="Standesamt">Standesämter</a>, den Angehörigen dieser Familien die Möglichkeit zu geben, frei zwischen dem Titel „Baron“ und „Freiherr“ (bzw. den geschlechtsspezifischen Derivaten) zu wählen – oft unabhängig davon, ob die Familie ursprünglich bereits freiherrlich war oder erst durch das russische Kaiserreich in den Adelsstand erhoben wurde und somit nie einen deutschen Adelstitel trug. Daher kommt es gelegentlich vor, dass Mitglieder derselben Gesamtfamilie voneinander abweichende amtliche Nachnamen haben.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einigen Gegenden werden sowohl die Freiherrn-Würde als auch die Besitzungen eines Freiherren oder Barons als <i>Baronie</i> oder <i>Baronat</i> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Süddeutschland_und_Österreich"><span id="S.C3.BCddeutschland_und_.C3.96sterreich"></span>Süddeutschland und Österreich</h4></div>
<p>In den Monarchien des südlichen deutschen Sprachraums – wie z.&nbsp;B. dem <a href="K%C3%B6nigreich_Bayern" title="Königreich Bayern">Königreich Bayern</a>, dem <a href="K%C3%B6nigreich_W%C3%BCrttemberg" title="Königreich Württemberg">Königreich Württemberg</a> und dem <a href="Kaisertum_%C3%96sterreich" title="Kaisertum Österreich">Kaisertum Österreich</a> – war <i>Baron</i> zwar ebenfalls kein offizieller Titel des inländischen Adels (man gebrauchte auch hier den Titel eines <i>Freiherrn</i>, der in den genannten drei Monarchien unterhalb des <i>Grafen</i> und über dem <i>Ritter</i> stand), allerdings war <i>Baron</i> als Titulatur für einen Freiherrn sehr weit verbreitet und wurde so auch von den Behörden gebraucht. Eine formelle, auch rechtliche, Gleichstellung existierte nach 1867 in der <a href="%C3%96sterreichisch-Ungarische_Monarchie" class="mw-redirect" title="Österreichisch-Ungarische Monarchie">Österreichisch-Ungarischen Monarchie</a> für Träger einer ungarischen Baronie oder eines österreichischen Freiherrentitels.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Heutige_Verwendung_von_Baron">Heutige Verwendung von <i>Baron</i></h4></div>
<p>Offiziellen Charakter haben Adelstitel und Anreden wie <i>Baron</i> oder <i>Baronin</i> heute nur mehr in Staaten, in denen der Adel und seine Vorrechte nicht abgeschafft sind. Der Brauch, einen Freiherrn mit „Baron“ anzusprechen, hat sich im deutschen Sprachraum nur innerhalb der privatrechtlich organisierten Nachfolgeverbände des einstigen Adels erhalten.
</p><p>In Staaten wie Deutschland (Abschaffung der Vorrechte des Adels durch die <a href="Weimarer_Verfassung" title="Weimarer Verfassung">Weimarer Verfassung</a> 1919), Österreich (Abschaffung des Adels durch das <a href="Adelsaufhebungsgesetz" title="Adelsaufhebungsgesetz">Adelsaufhebungsgesetz</a> 1919) und der Schweiz wird die <a href="Anrede#Adel" title="Anrede">Anrede</a> <i>Baron/Baronin</i> heute selten als höfliche Bezeichnung für Personen verwendet, deren Familien ehemals als Freiherren oder Barone zum Adel zählten. Familien, deren Angehörige als Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland den ehemaligen Titel „Baron“ als Bestandteil ihres Nachnamens führen, wurde dieser Titel zumeist von Monarchen außerhalb des heutigen deutschen Bundesgebiets verliehen. Nach in der Bundesrepublik geltendem <a href="Namensrecht_(Deutschland)" title="Namensrecht (Deutschland)">Namensrecht</a> kann der Namensbestandteil auch von einer (unverheirateten) Baronesse bzw. geschiedenen Baronin als Mutter herrühren. Sprichwörtlich gewordene Beispiele für als „Baron“ angesprochene deutsche Freiherren sind der „Lügenbaron“ <a href="Karl_Friedrich_Hieronymus_von_M%C3%BCnchhausen" class="mw-redirect" title="Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen">Karl Freiherr von Münchhausen</a> sowie der „Rote Baron“ <a href="Manfred_von_Richthofen" title="Manfred von Richthofen">Manfred Freiherr von Richthofen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frankreich">Frankreich</h3></div>

<p>In der Hierarchie des Adels in Frankreich stand der Titel <i>Baron</i> unterhalb dem eines Vizegrafen (französisch <i>Vicomte</i>) und über dem eines untitulierten Adeligen. Dies galt sowohl für die Zeit der Bourbonen als auch für die Herrschaft des Hauses Bonaparte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Italien">Italien</h3></div>
<p>In der Hierarchie des Adels im Königreich Italien stand der Titel <i>Barone</i> unterhalb dem eines Vizegrafen (italienisch <i>Visconte</i>) und über dem eines untitulierten Adeligen (italienisch <i>Nobile</i>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Japan">Japan</h3></div>
<p>Im 1869 nach britischem Vorbild neu geschaffenen erblichen Adel im Kaiserreich Japan (<i>Kazoku</i>, 華族) stand der Titel <i>Baron</i> (japanisch <i>danshaku</i>, 男爵) unterhalb dem eines Vizegrafen (japanisch <i>shishaku</i>, 子爵) und bildete in der Hierarchie den niedrigsten Rang im Stand des <i>Kazoku</i>. Der erbliche Adel wurde im Kaiserreich Japan 1947 abgeschafft.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Russland">Russland</h3></div>
<p>In der Hierarchie des Adels im Russischen Reich stand der Titel <i>Baron</i> (russisch <i>Барон</i>) über dem eines untitulierten Adeligen und unterhalb dem eines Grafen (russisch <i>Граф</i>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spanien">Spanien</h3></div>

<p>In der Hierarchie des Adels im Königreich Spanien steht der Titel <i>Barón</i> unterhalb dem eines Vizegrafen (spanisch <i>Vizconde</i>) und über dem eines einfachen titulierten Adeligen (spanisch <i>Señor</i>). Der Titel eines Barons kann in Spanien sowohl erblich als auch auf Lebenszeit verliehen werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ungarn">Ungarn</h3></div>
<p>In der Hierarchie des Adels im Königreich Ungarn stand der Titel <i>báró</i> unterhalb dem eines Grafen (ungarisch <i>gróf</i>) und über dem eines einfachen titulierten Adeligen. Zur Zeit der <a href="%C3%96sterreichisch-Ungarische_Monarchie" class="mw-redirect" title="Österreichisch-Ungarische Monarchie">Österreichisch-Ungarischen Monarchie</a> waren der Titel eines ungarischen Barons und der eines österreichischen Freiherrn auch formell einander rechtlich gleichgestellt, so dass –&nbsp;etwa in der Armee&nbsp;– ungarische Staatsbürger mit dem Titel eines Barons in deutschsprachigen Dokumenten auch als Freiherren bezeichnet wurden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vereinigtes_Königreich"><span id="Vereinigtes_K.C3.B6nigreich"></span>Vereinigtes Königreich</h3></div>

<p>Im Vereinigten Königreich existiert der Titel eines <i>Baron</i> (mit der Anrede „<a href="Lord" title="Lord">Lord</a>“) in der <a href="Peerage_of_England" title="Peerage of England">Peerage of England</a>, der <a href="Peerage_of_Ireland" title="Peerage of Ireland">Peerage of Ireland</a>, der <a href="Peerage_of_Great_Britain" title="Peerage of Great Britain">Peerage of Great Britain</a> sowie in der <a href="Peerage_of_the_United_Kingdom" title="Peerage of the United Kingdom">Peerage of the United Kingdom</a>. Er gilt dort als der niedrigste Titel der Peerage und steht unterhalb dem eines <a href="Viscount_(Adelstitel)" title="Viscount (Adelstitel)">Viscount</a> sowie über dem von der <a href="Gentry" title="Gentry">Gentry</a> (den <a href="Baronet" title="Baronet">Baronets</a> und <a href="Knight" title="Knight">Knights</a>) geführten Titel <i><a href="Sir_(Anrede)" title="Sir (Anrede)">Sir</a></i>. In der <a href="Peerage_of_Scotland" title="Peerage of Scotland">Peerage of Scotland</a> lautet der einem Baron entsprechende Titel <i><a href="Lord_of_Parliament" title="Lord of Parliament">Lord of Parliament</a></i>, während <i>Baron</i> in Schottland einen feudalen Besitztitel ohne Adelsqualität bezeichnet.
</p><p>Der Titel eines Barons kann im Vereinigten Königreich sowohl erblich als auch auf Lebenszeit (sogenannter <a href="Life_Peer" class="mw-redirect" title="Life Peer">Life Peer</a>, erlischt mit Tod des Trägers) verliehen werden. Die Life Peers überwiegen deutlich; die letzten erblichen Baronien (an Personen außerhalb des Königshauses) wurden 1965 verliehen, während Ernennungen zu Baronen als Life Peers weiterhin stattfinden (im Jahr 2021 insgesamt zwanzig). Die Ernennung zum Life Peer geht bis heute mit einem Sitz im <a href="House_of_Lords" title="House of Lords">House of Lords</a> einher. Erbliche Barone der <a href="Peerage_of_England" title="Peerage of England">Peerage of England</a>, der <a href="Peerage_of_Great_Britain" title="Peerage of Great Britain">Peerage of Great Britain</a> sowie in der <a href="Peerage_of_the_United_Kingdom" title="Peerage of the United Kingdom">Peerage of the United Kingdom</a> besaßen bis 1999 einen Parlamentssitz im House of Lords, während der schottische Adel bis <a href="Peerage_Act_1963" title="Peerage Act 1963">1963</a> nur eine Abordnung in das House of Lords entsandte und mit der <a href="Peerage_of_Ireland" title="Peerage of Ireland">Peerage of Ireland</a> überhaupt keine Parlamentssitze verbunden waren. Seit <a href="House_of_Lords_Act_1999" title="House of Lords Act 1999">1999</a> ist die Würde eines erblichen Peers auch bei englischen und britischen Peers nicht mehr automatisch mit einem Sitz im House of Lords verbunden; stattdessen wählen die erblichen Peers aus ihren Reihen eine begrenzte Zahl an Vertretern, die sie in das House of Lords entsenden.
</p><p>Nicht zu verwechseln ist der britische Baron mit dem <a href="Baronet" title="Baronet">Baronet</a>. Bei letzterem handelt es sich nicht um einen Hochadelstitel <i>(peerage)</i>, sondern um einen erblichen Rittertitel, der seinen Träger in die sogenannte <a href="Gentry" title="Gentry">Gentry</a> (Niederadel) einreiht. Seit 1965 fand nur eine Neuernennung eines Baronet statt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="„Industrie“-_„Kohle“-_„Schlot“-_und_„Zeitungsbarone“"><span id=".E2.80.9EIndustrie.E2.80.9C-_.E2.80.9EKohle.E2.80.9C-_.E2.80.9ESchlot.E2.80.9C-_und_.E2.80.9EZeitungsbarone.E2.80.9C"></span><span id="Industriebarone"></span> „Industrie“- „Kohle“- „Schlot“- und „Zeitungsbarone“</h2></div>
<p>Beim Begriff „Baron“ schwingt auch heute noch die Vorstellung von Unabhängigkeit mit. Im späten 19.&nbsp;und frühen 20.&nbsp;Jahrhundert wurden reiche und mächtige Männer der Wirtschaft und Industrie als „Industriebaron“, „Eisenbahnbaron“ oder „Schlotbaron“ bezeichnet, auch als „Ruhrbarone“. Ihren Reichtum verdankten sie der Schwerindustrie im Ruhrgebiet. Sie waren adlig oder wurden geadelt. In <a href="Krefeld" title="Krefeld">Krefeld</a> gab es „<a href="Seidenbaron" title="Seidenbaron">Seidenbarone</a>“. Einflussreiche Zeitungseigentümer bzw. Medienunternehmer wurden umgangssprachlich auch „Zeitungsbarone“ genannt. In Tschechien spricht man vom „Agrobaron“ oder im Deutschen als „Agrarbarone“ bekannt.
</p><p>Polemisch wurden die erfolgreichsten Kapitalisten in den USA auch als „<a href="R%C3%A4uberbaron" title="Räuberbaron">Räuberbarone</a>“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im <a href="Oberschlesisches_Industriegebiet" title="Oberschlesisches Industriegebiet">oberschlesischen Industrierevier</a>, das ab etwa dem Jahr 1800 auf zuvor landwirtschaftlichen Gutsbesitzen entstand, waren es tatsächlich oft adlige Grundherren, die zu „Kohlebaronen“ wurden, etwa <a href="Carl_Franz_von_Ballestrem" title="Carl Franz von Ballestrem">Carl Franz von Ballestrem</a>. Dessen Verwalter <a href="Karl_Godulla" title="Karl Godulla">Karl Godulla</a> baute später sein eigenes, noch größeres Kohleimperium auf, das sein Schwiegersohn <a href="Hans_Ulrich_von_Schaffgotsch_(Industrieller)" title="Hans Ulrich von Schaffgotsch (Industrieller)">Hans-Ulrich Graf von Schaffgotsch</a> übernahm. Auch die Adelsfamilien <a href="Henckel_von_Donnersmarck" title="Henckel von Donnersmarck">Henckel von Donnersmarck</a>, <a href="Tiele-Winckler" title="Tiele-Winckler">Tiele-Winckler</a> oder <a href="Magnis_(Adelsgeschlecht)" title="Magnis (Adelsgeschlecht)">Magnis</a> und der Fürst <a href="Hugo_zu_Hohenlohe-%C3%96hringen" class="mw-redirect" title="Hugo zu Hohenlohe-Öhringen">Hugo zu Hohenlohe-Öhringen</a> bauten dort große Bergwerksunternehmen auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schlotbaron">Schlotbaron</h3></div>
<p>Laut dem <a href="Duden" title="Duden">Duden</a> ist <i>Schlotbaron</i> ein veralteter und abwertender Ausdruck für einen <a href="Industrieller" title="Industrieller">Industriellen</a>,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Nach <a href="Karl_Lauschke" title="Karl Lauschke">Karl Lauschke</a> ist Schlotbaron die Bezeichnung für das Mitglied einer <a href="Soziale_Gruppe" title="Soziale Gruppe">Sozialen Gruppe</a> von Wirtschaftsführern der <a href="Schwerindustrie" title="Schwerindustrie">Schwerindustrie</a> zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre. Die Schlotbarone bildeten einen exklusiven Kreis von angestellten Managern mit ähnlichen Ausbildungsgängen und Karriereverläufen, der sich geradezu hochmütig abschottete und seine Gegner rigoros bekämpfte. Sie bildeten eine autoritäre und herrische Führungsschicht, quasi eine zivile preußische Kaste und rekrutierten sich meist aus ihren Unternehmen selbst. Ihr gemeinsames Selbstverständnis war geprägt von einem ausgesprochen konservativen und sozialpatriarchalischen Korpsgeist.
</p><p>Die Schlotbarone lösten spätestens Ende des 19. Jahrhunderts die schwerindustrielle Gründergeneration ab. Zu dieser Gruppe gehörten beispielsweise: <a href="Fritz_Baare" title="Fritz Baare">Fritz Baare</a>, <a href="Fritz_Springorum" title="Fritz Springorum">Fritz Springorum</a>, <a href="Hermann_Winkhaus" title="Hermann Winkhaus">Hermann Winkhaus</a>, <a href="Hermann_Reusch" title="Hermann Reusch">Hermann Reusch</a> und <a href="Hans-G%C3%BCnther_Sohl" title="Hans-Günther Sohl">Hans-Günther Sohl</a>.
</p><p>Im Laufe der 1960er Jahre und zu Beginn der 1970er kam mit dem Ende ihres aktiven Berufslebens eine neue Generation von Managern an die Macht.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Gabriele von Olberg: <i>Die Bezeichnungen für soziale Stände, Schichten und Gruppen in den Leges barbarorum.</i> de Gruyter, Berlin 1991, ISBN 3-11-012218-9.</li>
<li>Johannes Baron von Mirbach: <i>Adelsnamen, Adelstitel, wie macht man’s richtig: eine zeitgemässe Anleitung für Beruf und Gesellschaft.</i> Starke, Limburg an der Lahn 1999, ISBN 3-7980-0540-0.</li>
<li>Friedrich von Fircks: <i>Über den Ursprung des Adels in den Ostsee-Provinzen Russlands und das den alten Rittergeschlechtern daselbst gebührende Prädicat Freiherr.</i> Mitau / Leipzig 1843 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=p1JhAAAAcAAJ&amp;printsec=frontcover">books.google.de</a> Volltext).</li>
<li><i><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Zedler:Baron" class="extiw external" title="s:Zedler:Baron">Baron.</a></i> In: <a href="Johann_Heinrich_Zedler" title="Johann Heinrich Zedler">Johann Heinrich Zedler</a>: <i><a href="Grosses_vollst%C3%A4ndiges_Universal-Lexicon_Aller_Wissenschafften_und_K%C3%BCnste" title="Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste">Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste</a>.</i> Band&nbsp;3, Leipzig 1733, Sp.&nbsp;508&nbsp;f.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Baron" class="extiw external" title="wikt:Baron">Wiktionary: Baron</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Duden_Baronesse-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Duden_Baronesse_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Duden#Duden_online" title="Duden">Duden online</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Baronin"><i>Baronin, die.</i></a> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Baroness"><i>Baroness, die.</i></a> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Baronesse"><i>Baronesse, die.</i></a> Abgerufen am 5. Februar 2020.</span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Baron von Mirbach: <i>Adelsnamen, Adelstitel.</i> C.A.Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1999, ISBN 3-7980-0540-0</span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Christof_Mauch" title="Christof Mauch">Christof Mauch</a>: <i>Wer waren die Räuberbarone?</i> In: ders.: <i>Die 101 wichtigsten Fragen Amerikanische Geschichte.</i> München 2008, S. 61–63.</span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Schlotbaron"><i>Schlotbaron</i></a> auf <i>duden.de</i>, ähnlich schon Alfred Schirmer: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/stream/wrterbuchderde00schiuoft/wrterbuchderde00schiuoft_djvu.txt"><i>Wörterbuch der deutschen Kaufmannssprache</i></a>. Verlag Karl J. Trübner, Straßburg 1911, S. 169.</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Karl Lauschke: <i>Vom Schlotbaron zum Krisenmanager. Der Wandel der Wirtschaftselite in der Eisen- und Stahlindustrie. Eine Skizze</i>. In: <a href="Volker_Berghahn" title="Volker Berghahn">Volker Berghahn</a>, Stefan Unger, <a href="Dieter_Ziegler_(Historiker)" title="Dieter Ziegler (Historiker)">Dieter Ziegler</a> (Hrsg.): <i>Die deutsche Wirtschaftselite im 20. Jahrhundert. Kontinuität und Mentalität</i>. Essen 2003, S. 115 ff.</span>
</li>
</ol>
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